„Wir brechen das Schweigen!“

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Am 25. November ist der internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Auch in der Gemeinde Lehre ist aus diesem Anlass unter dem Motto „Wir brechen das Schweigen!“ auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) eine Aktion am Rathaus geplant.

Lehre 20.11.20

Ursprünglich wollten das Team der ASF um Edelgard Hahn gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten Julia Carluccio, der FrauenUnion und den Starken Frauen Königslutter sowie dem Gemeindebürgermeister am 25. November zu einer Mitmach-Aktion zum Thema #Schweigenbrechen des Hilfetelefons Gewalt gegen Frauen einladen. Jetzt steht fest: Die Aktion wird im November stattfinden – Corona-bedingt allerdings etwas als geplant.

Nach aktuellem Stand sollen vor dem Rathaus am Marktplatz in Lehre Kerzen für die Opfer von Femiziden entzündet werden. Außerdem werden Informationen rund um das Thema an den orange beleuchteten Rathaus-Fenstern plakatiert, diese Installation soll mindestens eine Woche lang zu sehen sein. Damit soll auf ein wichtiges Thema aufmerksam gemacht und zum Ausdruck gebracht werden: Wir sagen Nein zu Gewalt an Mädchen und Frauen!

Gewalt an Frauen hat viele Gesichter: Sexuelle Übergriffe, frauenfeindliche Sprache, unterschwellige Witze, Nötigung, Demütigung, Beleidigung, Bedrohung, soziale Kontrolle, Stalking, Menschen­handel, Genitalverstümmelung und vieles mehr. Vor allem ein Thema wird dabei häufig bagatellisiert: häusliche Gewalt in Ehe und Partnerschaft.

Dabei ist genau dies die häufigste Ursache von Verletzungen bei Frauen! Diese umfasst neben der physischen auch sexuelle und/oder psychische Gewalt zwischen Personen in zumeist häuslicher Gemeinschaft und wird noch viel zu selten angezeigt und geahndet. Und viel zu oft ist es zu spät, denn: Mindestens jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Im Jahr 2019 waren das mindestens 135 Frauen. Mit Berichten über „Familientragödien“, „Eifersuchtsdramen“ oder „Verzweiflungstaten“ wird das zugrunde liegende strukturelle Problem oft verschleiert, denn: Es sind Morde an Frauen, begründet durch ihr Geschlecht. Also Femizide! Und genau diese sind die exzessivste, tödliche Form von männlicher Gewalt gegen Mädchen und Frauen.

Um das öffentliche Interesse auf die Gewalt gegen Frau­en zu lenken und zugleich Strategien zu ihrer Bekämp­fung in den Mittelpunkt zu rücken, wurde 2000 von den Vereinten Nationen der Internationale Tag zur Beseiti­gung von Gewalt gegen Frauen ausgerufen. Die Staaten und ihre Institutionen auf der ganzen Welt sollen damit stets erneut daran erinnert werden, ihre Verantwortung für den Schutz von Mädchen und Frauen ernst zu neh­men. Die Wahl fiel auf den 25. November, den Jahrestag des Femizids an den drei Schwestern Mirabel in der Domini­kanischen Republik. Sie waren 1960 von den Schergen der Militärdiktatur entführt, vergewaltigt, gefoltert und schließlich brutal ermordet worden.

Die ASF beteiligt sich mit dieser Aktion zusammen mit den Gleichstellungsbeauftragten und weiteren Organisationen in mehreren Städten und Gemeinden des Landkreises an der Kampagne des Hilfetelefons, die unter dem Motto „Wir brechen das Schweigen!“ steht.

Die Organisatorinnen stehen auch über die Aktion hinaus für Gespräche zur Verfügung. Nähere Informationen erhalten Sie unter anderem bei Julia Carluccio unter Tel 05308-699-34 oder per Mail an gleichstellung@gemeinde-lehre.de sowie das Hilfetelefon rund um die Uhr unter 08000-116016 oder unter hilfetelefon.de.

Foto: Der Slogan des Hilfetelefons anlässlich des Tages gegen Gewalt an Frauen.

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