Vier Tonnen alte Munition geborgen – Muna-Sprengplatz „Neue Wiese“ soll bis 2022 vollständig geräumt sein

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Pressemitteilung: Uwe Otte  23.02.21

Vier Tonnen alte Munition geborgen – Muna-Sprengplatz „Neue Wiese“ soll bis 2022 vollständig geräumt sein

Lehre. „Ca. 4 t Munitionsteile“ hat ein Kampfmittelbergungsunternehmen auf einem Drittel der Fläche des ehemaligen Sprengplatzes der Heeresmunitionsanstalt (Muna) Lehre im Kampstüh geborgen. Die Suche auf der „Neuen Wiese“ fand im Oktober und November des vergangenen Jahres statt und bildete den ersten Abschnitt zur Entmunitionierung der etwa drei Hektar großen Fläche. Eine detaillierte Bilanz der Räumung werde nach Aussage der Niedersächsischen Landesforsten nach Abschluss der Arbeiten veröffentlicht. Das erfuhr der ehemalige Ratsherr Uwe Otte, der eine Anfrage zum Stand der Munitionsräumung an die Gemeinde Lehre gerichtet hatte. Die Kommune hatte die Anfrage an die Landesforsten, die Eigentümerin der Fläche, weitergeleitet. Otte setzt sich seit 1986 für die Räumung der Rüstungsaltlasten in der ehemaligen Muna Lehre ein.

Kampfstoffe wurden nicht festgestellt“, teilte Michael Lücke von den Niedersächsischen Landesforsten außerdem mit, wies aber darauf hin, dass sich dieses Ergebnis „mit Fortschritt der Arbeiten Richtung Norden in 2021 und 2022 ändern kann“. Und: Maßgebliche Munitionsfunde seien auch abseits der Sprengtrichter gemacht worden. Durch die Räumaktion im Herbst 2020 entstanden Kosten in Höhe von „ca. 330.000,- €“, die vom Bund getragen werden.

Bei den vor der Räumung erfolgten Untersuchungen des Bodens und des Grundwassers auf mögliche Schadstoffbelastungen durch die Sprengstoffe seien „erfreulicherweise keine bedenklichen Werte“ ermittelt worden, betonten die Landesforsten. Otte: „Das ist ermutigend, aber es bleibt abzuwarten, ob und welche Schadstoffbelastungen bei der weiteren Räumung festgestellt werden.“ Die beiden noch anstehenden Räumabschnitte sollen in diesem und im nächsten Jahr erfolgen.

Die britischen Truppen hatten von 1945 bis Anfang 1951 auf der „Neuen Wiese“ immer wieder Munition gesprengt, die sie in der Muna gefunden hatten. Von den 26 durch die Sprengungen entstandenen Trichtern, die mit Munition gefüllt wurden, hatte das Land Niedersachsen einen im Jahr 1990 räumen lassen, um Detailkenntnisse zu gewinnen. Dabei wurden unter anderem drei Blitzlichtbomben, 62 Spreng- und Panzergranaten, 316 Zünder, 80 kg Anzündmittel, 170 kg Infanteriemunition sowie 1,5 Tonnen Splitter, Wurfstücke und Munitionsteile gefunden. Seitdem ging die Räumung nicht weiter – zunächst fehlte lange das Geld, dann mussten naturschutzrechtliche Probleme gelöst werden. Otte abschließend: „Es ist erfreulich, dass 75 Jahre nach der Befreiung die Beseitigung dieser gefährlichen Altlasten endlich begonnen hat.“

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