Samtgemeinde Sickte bekommt eine Klärschlammvererdungsanlage

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Presseinformation 02.02.21

Die Samtgemeinde Sickte investiert in die Zukunft: Im April 2020 wurde der Vertrag zum Bau einer EKO-PLANT* Klärschlammvererdungsanlage unterschrieben. Schon jetzt stehen die Bagger auf dem Grundstück nördlich der Kläranlage bereit. Sobald die schriftliche Baugenehmigung eingeht, findet der offizielle Spatenstich statt und die Bauarbeiten können beginnen.

Bereits in 2017 wurden die Gespräche mit der EKO-PLANT GmbH aufgenommen, um das Klärschlammmanagement auf zukunftsfähige Füße zu stellen. Die Samtgemeinde Sickte als Auftraggeber investiert für das Projekt inklusive des erforderlichen Grunderwerbs 2,37 Millionen Euro (brutto). Die Vertreter des Werksausschusses und Kommunalpolitiker der Samtgemeinde haben sich im Vorfeld umfassend über die Technologie informiert. Auch wurde bei einem Besuch der Klärschlammvererdungsanlage in Wathlingen die Beschickung eines Beetes besichtigt. So konnte sich vor Ort von der Funktionalität überzeugt werden. Auch konnte die Sorge um Geruchsprobleme ausgeräumt werden.

Kernstück der neuen, rund 17.000 Quadratmeter (brutto) großen Anlage, sind 3 Schilfbeete. Auf sie fließen künftig durch ein System von Rohrleitungen, Pumpen

und Schiebern 14.000 Kubikmeter Nassschlamm pro Jahr. In den Beeten entziehen die Schilfpflanzen durch Verdunstung dem Klärschlamm einen Teil des Wassers, der andere Teil sickert durch die Wurzelschicht und eine spezielle Filter-/Substratschicht zur Kläranlage zurück. Die Feststoffe des Klärschlamms verbleiben dagegen im Beet, wo sie mit Hilfe von Mikroorganismen mineralisiert werden. Auf diese Weise verringert sich die Schlammmenge um mehr als 90 Prozent. Zusätzliche Energie wird lediglich für die vollautomatische Steuerungselektronik und die Pumpen benötigt. Dieser äußerst geringe Energieverbrauch senkt nicht nur die Betriebskosten, er führt auch zu einer CO2-Einsparung.

Samtgemeindebürgermeister Marco Kelb unterstreicht: „Mit der Vererdungsanlage reduzieren wir die Entsorgungskosten und erhöhen die Entsorgungssicherheit des Klärschlamms.“

Nach etwa acht bis zehn Jahren Betrieb erhält das erste Beet eine Ruhephase ohne Schlammzufuhr. In dieser Zeit wird der bereits im Beet enthaltene Schlamm weiterhin stark entwässert und abgebaut. Die Klärschlammerde, die bei der anstehenden Räumung anfällt, lässt sich flexibel verwerten: landwirtschaftlich oder thermisch. Nach der Räumung wird das Beet erneut mit Klärschlamm beschickt und der Vererdungszyklus beginnt von vorn. In den kommenden 10 Jahren begleitet die Firma THE PAULY GROUP den Anlagenbetrieb sowie den ersten Räumungszyklus. Sie garantiert eine kompetente Fachberatung und schult die Mitarbeiter der Kläranlage.

Text und Foto: privat

Foto: Auf dieser Fläche nördlich der Kläranlage in Sickte entsteht die Klärschlammvererdnungsanlage

 

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