Neue Rettungssanitäter

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Wolfenbüttel. Ziemlich stolz ist man derzeit beim DRK-Kreisverband Wolfenbüttel: Nicht nur, dass mit Ramona Wondrak und Tobias Liersch zwei weitere Ehrenamtliche die Ausbildung zum Rettungssanitäter absolviert haben. Vielmehr schafften beide ihre Prüfung mit Sehr gut – Ramona Wondrak avancierte mit der Abschlussnote 1,1 sogar zur Zweitbesten ihres Jahrgangs.

Nachdem bereits vor fünf Jahren eine erste Sanitätshelferin aus Wolfenbüttel diese Fortbildung durchlaufen hat, meldet das DRK nun also die Abschlüsse zwei und drei. “Vier und fünf haben den Lehrgang schon hinter sich und sind derzeit bei den Praktika”, berichtet Heiner Schumacher als Kreisbereitschaftsleiter. “Und Nummer 6 beginnt die Ausbildung in der nächsten Woche.”

Die Freude über das große Engagement in den eigenen Reihen ist verständlich, wenn man einen Blick auf das Pensum wirft, das zum Titel eines Rettungssanitäters führt: “Es sind drei Blöcke mit jeweils 160 Stunden erforderlich”, erklärt Tobias Liersch. Zunächst stehe der Grundlehrgang an, der üblicherweise in vier Wochen absolviert wird. “Diesen Block haben wir an der Johanniter-Akademie in Hannover erledigt.” Zwar ist dieser Schritt auch an der dortigen Rot-Kreuz-Akademie möglich. “Wir konnten aber berufsbegleitend nur an insgesamt zehn Wochenenden lernen – und das ging beim Roten Kreuz leider nicht.”

Der zweite Block beinhaltete ein Praktikum, und zwar für die beiden Wolfenbütteler am Klinikum Neuer Weg. “Wir haben mehrere Stationen durchlaufen, von der Notaufnahme über die Anästesie bis zur Intensivstation”, erzählt Liersch, der diese Phase “unheimlich beeindruckend” fand: “Man sieht so viel und lernt so viel dazu.”

Die neuen Kenntnisse konnten dann gleich helfen, als im dritten Block ein Praktikum im heimischen Rettungsdienst anstand. Auch das war für die beiden Aspiranten nicht ganz einfach, weil sie die Fortbildung neben ihrem Hauptberuf absolvierten. “Zum Glück konnte ich das bei meinem Arbeitgeber Volkswagen über Arbeitszeitmodelle und Gleitzeit gut koordinieren”, erzählt Liersch. “Von Donnerstag bis Sonntag bin ich die Nächte mitgefahren.” Tatsächlich lautet eine Vorgabe der Fortbildung, dass im dritten Block 20 Notfalleinsätze absolviert werden müssen.

Im Anschluss an den dritten Block folgte der einwöchige Abschlusslehrgang mit Prüfung, dann war es geschafft. “Ich würde es immer wieder machen”, betont Ramona Wondrak. Einerseits habe sie in gewisser Weise einen kleinen Traum verwirklicht: “Als Jugendliche hätte ich nämlich gern Medizin studiert.” Andererseits habe sie durch die anspruchsvollen Stationen der Fortbildung auch eine Veränderung ihrer Persönlichkeit festgestellt: “Na klar trete ich jetzt ganz anders auf als Ersthelferin. Aber auch im privaten Bereich bin ich viel selbstsicherer geworden.”

Tobias Liersch lieferte zum Abschluss eine Note von 1,2 und liegt damit ebenfalls an der Spitze seines Prüfungsjahrgangs. Für ihn ist ebenfalls klar, dass er den Schritt nicht bereut, sondern ihn immer wieder gehen würde. Vor allem hebt er aber die Absprache mit dem DRK hervor, die in einer win-win-Situation mündete: “Die Fortbildung zum Rettungssanitäter kostet alles in allem rund 2000 Euro. Das hat der Kreisverband bezahlt, während ich mich nun verpflichte, drei Jahre lang ehrenamtlich als Aushilfe im Rettungsdienst mitzufahren.”

Heiner Schumacher ist jedenfalls beeindruckt von der Leistung seiner Mitstreiter. “Man darf nicht vergessen, dass die beiden das Ganze neben ihrer eigentlichen Berufstätigkeit erledigt haben – sie haben also auch Urlaub dafür eingesetzt.” Neben den fachlichen Fortschritten gebe es weitere Angebote des DRK: “Soweit erforderlich, ermöglichen wir den Kameraden die Erweiterung ihres Führerscheines auf C beziehungsweise C1, damit sie auch die Rettungswagen und unsere LKW fahren können.”

Andreas Ring als Vorstand des DRK-Kreisverbandes lobte den Einsatz seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter ebenfalls, als er ihnen Urkunden und Blumen überreichte. Gleichwohl wollte er dieses Lob nicht uneingeschränkt auf die Landespolitik übertragen: “Die Anforderungen an die Qualifikation unserer ehrenamtlichen Katastrophenschutzhelfer sind erheblich gestiegen. Das Land Niedersachsen ist gut beraten, wenn es mehr Helferinnen und Helfern diese Fortbildung durch die Schaffung besserer Rahmenbedingungen ermöglicht.”

BU: Bei der Übergabe von Urkunden und je einem Strauß Blumen in Wolfenbüttel am Exer (von links): Der stellvertretende Kreisbereitschaftsleiter Fabian Palic, Andreas Ring (Vorstand des DRK-Kreisverbandes), die beiden Absolventen Tobias Liersch und Ramona Wondrak, der Katastrophenschutz-Beauftragte Björn Försterling und Heiner Schumacher, der Kreisbereitschaftsleiter. Foto: DRK

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