DRK-PM zum NDR-Einsatz: 36.000 Besucher, 300 Helfer

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Wolfenbüttel. Am Anfang stand ein Lob: “Liebe Kollegen”, sagte Kreisbereitschaftsleiter Heiner Schumacher, als er sich noch vor Festivalbeginn an die 75 Einsatzkräfte wandte. “Ich bin schwer beeindruckt von dem, was wir hier aufgebaut haben.” Obwohl 2019 schon das vierte Jahr ist, in dem das Rote Kreuz die NDR-Großveranstaltung in Wolfenbüttel am Exer begleitet, sind Logistik und Personalbedarf immer wieder eine Herausforderung.

Alleine könnte der DRK-Kreisverband Wolfenbüttel den Sanitätsdienst gar nicht wuppen – immerhin standen von 14 Uhr bis Mitternacht zehn Stunden Dienst auf dem Programm. An- und Abreise, Auf- und Abbau noch gar nicht eingerechnet. Das verlangte den Helfern bei großer Hitze und später im Dunkeln wieder alles ab.

Zum Glück blieb es ausgespropchen ruhig. “Wir hatten nur 74 Hilfeleistungen, davon 2 Transporte ins Krankenhaus Wolfenbüttel”, resümierte Schumacher später. “Das ist vor dem Hintergrund von 36.000 Besuchern ausgesprochen wenig.” Andere Festivals melden leicht zehnmal soviel Fälle.

Das DRK war natürlich wieder auf den Ernstfall vorbereitet und hatte darum 75 Einsatzkräfte vor Ort, die aus den Bereitschaften in Wolfenbüttel, Braunschweig, Salzgitter und Helmstedt kamen. Außerdem waren drei Notärzte und ein Leitender Notarzt am Exer, alle vom Klinikum Wolfenbüttel. Besonders lobt Schumacher den ehrenamtlichen Einsatz von Angestellten, die ebenfalls in ihrer Freizeit mitarbeiteten: “Dienstfreie Mitarbeiter unseres Rettungsdienstes waren am Exer und haben den Behandlungsplatz organisiert.”

Die Küchen-Mannschaft des DRK-Solferino sorgte für die Verpflegung sämtlicher 300 Helfer, ob vom DRK, der Feuerwehr, der Polizei und der städtischen Mitarbeiter. Zudem hatte das Kriseninterventionsteam (KIT) wieder ein paar Einsätze. Vor allem wenn es dunkel wird, gehen offenbar in der Menschenmenge leicht mal Kinder verloren – das war im vorigen Jahr auch schon so. Die vier KIT-Kräfte versorgten im Laufe des Abends insgesamt drei Kleine und kümmerten sich um die (in allen Fällen erfolgreich verlaufene) Familienzusammenführung.

“Wir haben auch von den Helfern aus den umliegenden Landkreisen nur positive Reaktionen gehört”, freute sich Schumacher. “Alle wollen gerne wiederkommen, wenn wir in den nächsten Jahren weitere Großveranstaltungen begleiten müssen.”

Er hatte den Personalbedarf nach der sogenannter Maurer-Formel errechnet. “Dabei lässt man die Menge der erwarteten Besucher, die Fläche, die spezielle Gefahrenlage und andere Parameter einfließen”, erläuterte er. Auf diese Weise ergebe sich ein worst-case-Szenario, auf das sich die Retter in puncto Ausrüstung und Personal vorbereiten.

“Natürlich stehen immer rund 90 Prozent unserer Leute nur rum und warten. Andere versorgen kleinere Notfälle oder gehen Streife über das Gelände.” Dieses Warten auf den Ernstfall gehöre bei Vorsorgemaßnahmen nun mal dazu. “Ich sage immer, der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg aber nur einen.” Kein Einsatzleiter wolle sich später vorwerfen lassen, irgendwo fahrlässig gespart zu haben. “Denn klar ist auch: Wenn bei einer solchen Veranstaltung was Ernstes passiert, trifft es nicht zwei oder drei Menschen, sondern gleich richtig viele.”

Diesmal blieb es ruhig, bis auf einen verdrehten Rücken und einen Knöchelbruch (ins Mauseloch getreten). Der Rest waren Wespenstiche, Kreislaufprobleme und ein Schluck Alkohol zu viel. Kritik übte Sibylle Schumachef an manchen Eltern. “Bei dem Geräuschpegel, der von der Bühne und den Lautsprechertürmen ausgeht, kann ich mein Kind nicht ohne Gehörschutz mitbringen”, bemängelte die KIT-Leiterin. Nur wenige Sprösslinge hätten Ohrschutz getragen, sogenannte Mickey-Mäuse. “Ich halte es für unvernünftig, die Kleinen ungeschützt bis zur Bühne mitzunehmen.”

Alles in allem war das DRK aber sehr zufrieden mit der Veranstaltung. “Das war wieder eine tolle Außenwerbung”, unterstrich Heiner Schumacher, “und zwar für die Stadt Wolfenbüttel – aber auch für das Rote Kreuz.” Übrigens sucht der DRK-Kreisverband noch Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, in den Bereitschaften oder einem der vielen Projekte des Roten Kreuzes. Bei Interesse anrufen: 05331/9750-200.

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