DRK-Kreisverband will in der Corona-Krise unbedingt handlungsfähig bleiben

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Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter in Rettungsdienst und Pflege

Wolfenbüttel. Der DRK-Kreisverband leitet mit dem Beginn der kommenden
Woche eine Fülle von Maßnahmen ein, um die Handlungsfähigkeit seiner
Abteilungen in der Corona-Krise aufrecht zu erhalten. Dabei geht es dem Wohlfahrtsverband vor
allem darum, den Rettungsdienst und die häusliche Pflege nicht durch
Krankheiten in Probleme zu bringen – insgesamt hat der Kreisverband 450
haupt- und 700 ehrenamtliche Mitarbeiter.

“Das Corona-Virus hat bekanntlich unsere Region erreicht und stellt auch
den DRK-Kreisverband vor besondere Herausforderungen”, sagt Horst
Kiehne, der Vorsitzende des Präsidiums. “Als Teil der kritischen
Infrastruktur im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz und in der
Wohlfahrtsarbeit im Landkreis Wolfenbüttel, muss auch unter diesen
Umständen sichergestellt werden, dass unsere Handlungsfähigkeit in jedem
Fall aufrechterhalten bleibt.”

Es ist ein Spagat, denn der Kreisverband will seine Mitarbeiter schützen
– und gleichzeitig so viele Angebote für die Bevölkerung aufrecht
erhalten wie möglich. “Gleichwohl kommen wir nicht umhin, sämtliche
Gruppenangebote des Roten Kreuzes im Landkreis Wolfenbüttel bis zum 18.
April abzusagen”, erklärt Vorstand Andreas Ring. In der Woche nach
Ostern sollen die Lage neu bewertet und weitere Schritte beschlossen werden.

Abgesagt beziehungsweise geschlossen wurden nun die Kleiderkammer am
Exer, sämtliche Erste-Hilfe-Kurse, die Kurse von Yoga,
Senioren-Gymnastik und Jugend-Rotkreuz sowie sämtliche Veranstaltungen
der Flüchtlingshilfe. Auch alle Versammlungen der Ortsvereine wurden
abgesagt.

In einem besonderen Konflikt befand sich der Kreisverband bei seinem
Angebot des Sozio-Med-Mobils (SMM), das alte, kranke und bedürftige
Menschen aus den Dörfern des Landkreises zu Arztterminen bringt.
“Einerseits müssen diese Menschen zum Arzt, andererseits gehören sie
definitiv zur besonders gefährdeten Gruppe”, hieß es in einer Diskussion
des DRK-Krisenstabes. Schließlich beschloss das Gremium, das SMM-Angebot
aufrecht zu erhalten. “Wenn wir sie nicht fahren, benutzen die Menschen
den Öffentlichen Nahverkehr, das macht die Situation nicht besser.”
Allerdings sollen alle SMM-Nutzer mit einfachen Schutzmasken
ausgestattet werden, um ihr Ansteckungsrisiko zu minimieren. Außerdem
werden sämtliche Fahrer zur Hygieneschulung geschickt, die Busse selbst
werden in noch kürzeren Intervallen gereinigt.

Die Angebote von Eberts Hof und der Tafel (Großer Zimmerhof) sollen
weiter geöffnet bleiben. Deren Leiter Uwe Rump-Kahl berichtete, die
Versorgung mit Lebensmitteln sei noch ausreichend. “Wir werden die Lage
von Woche neu bewerten.” Der Rückhalt unter den ehrenamtlichen Helfern
sei ungebrochen hoch.

Für einen gewaltigen Einschnitt sorgt Corona auch im Integrations- und
Therapie-Zentrum (ITZ) am Exer. “Wir sagen alle Freizeitangebote,
Beratungen, Veranstaltungen und Gruppenangebote bis zum Ende der
Osterferien ab”, erklärte ITZ-Leiter Thomas Stoch. Das betreffe auch die
Angebote und Ausflüge des Familienentlastenden Dienstes (FED), der
Therapie und der Autismusambulanz. “Die FED-Einzelbetreuung indes läuft
weiter, denn durch die Schulschließung ist da ja ein ganz neuer Bedarf
entstanden.”

In puncto Kinderbetreuung bietet das DRK seinen Mitarbeitern ab Montag
einen besonderen Service, um die Handlungsfähigkeit aufrecht zu
erhalten. “Ab 6 Uhr früh können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die über keine Kinderbetreuung verfügen, unser DRK-Betreuungsangebot nutzen”, erklärte Andreas Ring. Diese Kinder werden in Kleingruppen im ITZ betreut. “Auch die im Einsatz befindlichen ehrenamtlichen Helfer unseres Katastrophenschutzes können diesen Service nutzen.”

Der Krisenstab richtete zudem einen Appell an die Mitarbeiter von
Rettungsdienst und Pflege, ihre Urlaubswünsche bis nach Ostern zu
reduzieren. Reisen in Krisengebiete seien zu überdenken und anzuzeigen.
“Wir hoffen auch auf die Bereitschaft der Kollegen, im Extremfall
kurzfristig aus dem Urlaub zurückzukehren”, sagte Horst Kiehne.
Sämtliche Dienstreisen bis zum 18. April werden abgesagt.

Das DRK-Solferino am Exer soll aufgrund des großen Außenbereichs und der
entsprechenden Durchlüftung geöffnet bleiben – wenn dem keine
behördliche Anordnung entgegensteht. Auch der beliebte Osterbrunch (13.
April) wird zunächst nicht abgesagt.

“Darüber hinaus planen wir weitere Hygieneschulungen, an denen
kurzfristig sämtliche Mitarbeiter verpflichtend teilnehmen werden”,
kündigte Andreas Ring an. Nach einer bereits in dieser Woche erfolgten Schulung für Mitarbeiter des Landkreises wird auch dort in der nächsten Woche eine weitere Schulung angeboten.

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