Die Lucklumer Glocken – Einweihung der Uhrschlagglocke in der Gutskirche

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Glockenweihe durch Landesbischof Dr. Christoph Meyns

Lucklum im Oktober 2018

Am Samstag, den 20. Oktober 2018 um 15:00 Uhr wurde im Rahmen eines Gottesdienstes  die neue Uhrschlagglocke, welche die neue Inhaberfamilie des Ritterguts stiftete eingeweiht.

Die Predigt hielt Landesbischof Christoph Meyns und Pfarrer Thomas Posten führte durch den Gottesdienst. Erinnern soll die Uhr daran, dass jede Stunde in unserem Leben einmalig, wichtig und unwiederbringlich ist.

Doch… die Glocke hat auch eine Geschichte:

Eine kulturhistorisch wertvolle Glockenanlage, die aus einem Glockengeläut und einer mechanischen Turmuhr besteht befindet sich in der Lucklumer Gutskirche und ehemaligen Deutschordenskapelle. Die ca. 130 kg schwere Bronzeglocke, die 1722 von Christian Ludwig Meyer aus Braunschweig gegossen wurde sowie die 1867 gefertigte ca. 250 kg schwere, sogenannte Klaus-Glocke aus der Glockengießerei Friedrich Klaus und Söhne, Heidingsfeld gehören zum historischen Glockengeläut. Komtur Otto Dietrich von Bülow (1655-1732) hatte die Erste für die Kapelle der Deutschordenskommende in Auftrag gegeben. Als Ersatz für die im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzene Glocke kam 1962 die zweite Glocke nach Lucklum. Um das Jahr 1900 wurde von der Firma J.F. Weule aus Brockenem eine mechanische Turmuhr hergestellt, die sich in der Glockenstube befindet.

Vor ein paar Jahren wurde die alte Uhrschlagglocke, die nach dem Ersten Weltkrieg nach Lucklum kam und in der Kirchturmlaterne hing auf Grund ihres schadhaften Zustandes abgenommen. Die neue, 65 kg schwere Uhrschlagglocke mit einem Durchmesser von 471 mm und einer Höhe von 506 mm nahm nun ihren Platz ein. Empfohlen wurde die Disposition der Bronzeglocke von Champanologen Sebastian Wamsiedler auf der Grundlage der vorhandenen Lucklumer Glocken und ihrer Klänge. In der Gescher Glockengießerei Gebr. Petit & Gebr. Edelbrock wurde sie am 30. Mai 2018 nach einem traditionellem und aufwändigem Verfahren gegossen. Von einem Wachsmodell wurde zunächst eine Gußform per Lehmform hergestellt, in die dann die brodelnde Kupfer-Zinn-Legierung gefüllt wurde. Weitere Arbeitsschritte wie Reinigung und Überarbeitungen von Inschrift und Zier folgten bis dann im Juni die Glockenprüfung stattfinden konnte.

Die maßgeblich von der Güterverwaltung Reinau finanzierte Glocke ist neben dem Wellenfries und dem vom Gußjahr eingefassten Gießerzeichen auch mit dem Wappen der Güterverwaltung sowie dem Zitat ” WIE DU GLAUBST, SO DIR GESCHEHE” aus dem Matthäus-Evangelium geschmückt. In früheren Zeiten hatte das Läuten der Glocken viele Funktionen. So wie heute rief es zu den Gottesdiensten oder verkündete den Tod eines Einwohners, doch darüber hinaus war es auch ein Informationsmittel. Im Fall von Bränden schlugen die Glocken Alarm aber auch der Beginn wichtiger Versammlungen wurde durch das Läuten der Glocken angekündigt. Die Uhrschlagglocke, die keine direkte gottesdienstliche Funktion hat und damit kein sakrales Geläut ist, diente mit Ihrer Funktion auch zur Regelung der Arbeit in der Landwirtschaft.

Als hörbares Zeichen hängt die Glocke nun im Kirchturm, dieser selbst ist ein sichtbares Zeichen von der vergehenden Welt zu Gott. Gesteuert wird sie von 7:00 Uhr bis 22:00 Uhr von einer Funkuhr. Jeweils zur halben und zur vollen Stunde gibt diese die Zeit an.

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