Der grüne Hagenmarkt darf nicht zerstört werden!

0
49

Pressemeldung B.I.BS 14.10.20 Statement_2020_10_14-Hagenmarkt

Im Jahr 1980 war der Hagenmarkt nur eine Verkehrsfläche mit Heinrichsbrunnen. Sie umfasste ein schmales Ost/West und Nord/Süd-Verkehrskreuz, nördlich vom Brunnen acht Bushaltestellen und südlich davon ca. 100 PKW-Parkplätze.

1981/82 wurde das Verkehrskreuz durch den Bau von Straßenbahntrassen verbreitert.

Im April 1982 beschloss der Bezirksrat Innenstadt einstimmig, den Platz um den Heinrichsbrunnen neu zu gestalten. Stadtgestalter Mander vom Stadtplanungsamt hatte eine Bepflanzung mit 44 mittelgroßen Robinien (Robinia pseudoacacia) und eine Anlage von Rasenflächen auf dem noch vorhandenen Platz vorgeschlagen. „Mander führte an, dass die beste Umweltqualität durch eine großzügige Bepflanzung erzielt wird.“ (vgl. BZ vom 8. April 1982, siehe Anlage)

Robinien sind extrem genügsam, flachwurzlig auf dichteren Böden, schnellwüchsig und klima- sowie schadstoffresistent mit prachtvollen Blüten, die als Bienenweide (Akazienhonig) dienen.

Die 28 kostenlosen Bänke mit 56 Sitzplätzen um den plätschernden, denkmalgeschützten Heinrichsbrunnen lassen bis heute den lärm- und feinstaubintensiv-produzierenden Verkehr bei Aufenthalt ein wenig vergessen.

Zusammen mit den feinstrukturierten Wegen, die sternförmig auf den Brunnen zulaufen und von FußgängerInnen und RadfahrerInnen gern benutzt werden sowie einem Ent- und Bewässerungssystem unter der Erde hatte die Neugestaltung 2,6 Millionen DM gekostet. Diese Investition ist noch lange nicht abgeschrieben.

Diese vorausschauend geplante Anlage hat denkmalschutzwürdige Bedeutung. Nach Wegfall des Schlossgartens und des Pocketparks vor der ehemaligen, denkmalgeschützten Stadtbibliothek ist das Bedürfnis nach grünen Plätzen sowohl von BesucherInnen als auch BewohnerInnen Braunschweigs größer denn je.

Der Park trägt sowohl zur CO2-Senkung als auch zur Verbesserung des Stadtklimas bei.

Es besteht geradezu die Pflicht, die im Oktober 2017 vom Orkan gefällten Robinien zu ersetzen. Diejenigen Robinien, die standfest geblieben sind, wären als Naturdenkmale auszuzeichnen.

Die Robinie ist zum Baum des Jahres 2020 ernannt worden. Es bietet sich also an, wieder 20 bis 30 mittelgroße Robinien – den vorhandenen Platz umrahmend und Haushaltsmittel sparend – nach zu pflanzen.

Derzeit hat die Stadt rund um diese wertvolle, einzigartige grüne Platzanlage den Gewerbetreibenden 208 Freisitzplätze zur kommerziellen Nutzung genehmigt.
Dies ist völlig ausreichend und damit kann dieser Park wie in den letzten 38 Jahren weiterhin nichtkommerziell von aller Welt genutzt und genossen werden.

Friedrich Walz

im Bezirksrat „Nochinnenstadt“

Werbung

Werbung