Bundesligafinale Bogen: Die acht Teams & Tolle Erfolge in den USA

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Bundesligafinale Bogen: Die acht Finalteams

 

Die besten vier Bogen-Teams des Nordens sowie des Südens kämpfen im großen Bundesligafinale in Wiesbaden (29. Februar) um den Meisterspiegel. Wer die meiste Finalerfahrung hat, wer Favorit ist und welche Stärken die Teams haben, jetzt im Überblick.

SV Dauelsen  (NS): Angeführt von Deutschlands Nummer eins, Florian Kahllund, sicherte sich der SV Dauelsen den Nordtitel. Im letzten Match der Vorrunde gegen Berlin holte sich der Klub die kurz zuvor verloren gegangene Führung durch ein 7:1 zurück. Kahllund war der beste Schütze aller Vorrunden-Teilnehmer mit einem Pfeildurchschnitt von 9,85. Gemeinsam mit dem mehrfachen Weltmeister im Feldbogen, Sebastian Rohrberg, soll er den Klub zum dritten Titel nach 2015 und 2017 führen.

BSC BB Berlin (B): Die Bogen-Bundesliga ohne Lisa Unruh! Kaum vorstellbar, aber das Berliner Team musste verletzungsbedingt ohne die deutsche Vorzeige-Schützin auskommen. Der Qualität tat dies trotzdem keinen Abbruch, denn Elena Richter, Jannis Kramer und Christoph Breitbach schossen eine hervorragende Vorrunde, die sie mit nur einem Zähler Rückstand auf Platz zwei beendeten. Der Rekordsieger (5x) ist erneut ein heißer Titelkandidat, „das erste Ziel sind die Top Vier, alles weitere ist Bonus“, so Richter.

SV Querum (NS): Mit einem formidablen Endspurt sicherte sich der SV Querum Platz drei im Norden. Am letzten Vorrunden-Wochenende blieben die Niedersachsen bei sechs Siegen und einem Unentschieden ungeschlagen und schoben sich noch an Herne vorbei. Trainer Adolf Kemper war total aus dem Häuschen und ist auch für das Finale optimistisch: „Wir wollen eine Medaille. Und je edler sie ist, umso besser!“

Sherwood BSC Herne (NW): Nach einjähriger Finalabstinenz ist das Sherwood-Team wieder beim Bundesligafinale dabei. Die Teilnahme wurde an den ersten drei Vorrunden-Wochenenden mit guten Ergebnissen sichergestellt, der sicher geglaubte dritte Platz im Norden ging aufgrund eines schwachen Vorrunden-Endes (nur ein Sieg aus sieben Matches) noch verloren. Trainer Reinhard Kisselbach haderte ein wenig und gibt als Ziel aus: „Im Finale wollen wir Spaß haben!“

FSG Tacherting  (BY): Vollauf zufriedenstellend verlief die Saison für Tacherting. Der dreimalige Champion und letztjährige Vizemeister gab nur sieben Zähler in den 28 Matches ab, sodass Trainer Helmut Huber frohlockte: „Wir haben eine super Vorrunde hinter uns und freuen uns, Südmeister geworden zu sein.“ Die Zahlen sprechen für sich: Mit einem Saisonschnitt von 9,62 Ringen/Pfeil waren die Bayern deutschlandweit bestes Team. „Es ist das höchste Ergebnis, das jemals eine Mannschaft der FSG hatte“, so Huber.

BSG Ebersberg (BY): Der Titelverteidiger aus Ebersberg kommt „nur“ als Süd-Zweiter zum Bundesligafinale, ist dennoch der große Favorit. Am ersten Vorrunden-Wochenende schoss Ebersberg ohne sein Trio Michelle Kroppen, Cedric Rieger und Maximilian Weckmüller und ließ dementsprechend Punkte liegen. Danach konnte Trainer Andreas Blaschke komplett auf seine Nationalkader zurückgreifen, die in den folgenden 21 Matches nur noch einen (!) Punkt abgaben.

SGI Welzheim (BW): Gemeinsam mit den Berlinern ist die SGI Welzheim Rekordsieger der Bundesliga. Der letzte Titel liegt allerdings schon zehn Jahre zurück, weshalb das Team von Trainerin Sandra Sachse, selbst zweimalige Olympia-Medaillengewinnerin, nach Erfolgen lechzt. Das Potenzial ist da, mit Jonathan Vetter verstärkt ein hoffnungsvoller Kaderschütze die Welzheimer, die neben den Berlinern einziges Team sind, das auch beim 23. Bundesligafinale dabei ist.

BC Villingen-Schwenningen (BW): Im vergangenen Jahr gewann Villingen-Schwenningen sensationell die Bronzemedaille. Und auch 2020 ist dem Team um Dominic Gölz, Deutscher Meister im Freien 2018, einiges zuzutrauen. Das jüngste Team der Liga sicherte sich erst am letzten Vorrunden-Wochenende mit vier Siegen und einem Unentschieden das Final-Ticket und wird in Wiesbaden ohne Druck für jedes Team ein gefährlicher Gegner sein.

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Bogen international: DSB-Kader räumen mächtig ab – Wiesbaden kann sich freuen

Medaillenflut durch die deutschen Bogenschützen beim internationalen Hallen-Finale in Las Vegas: Zweimal Gold durch Florian Kahllund und Michelle Kroppen sowie viermal Bronze durch Elena Richter (2x), Cedric Rieger und Florian Kahllund sprangen beim World Series-Finale und beim Vegas Shoot heraus. Alle Medaillengewinner sind in Kürze beim Bundesligafinale in Wiesbaden am 29. Februar zu bewundern.

Kahllund schlägt den Weltmeister

Für den ersten Paukenschlag sorgten Kahllund (SV Dauelsen) und Rieger (BSG Ebersberg), die sich wie Felix Wieser (FSG Tacherting) für das World Series-Finale der besten 16 qualifiziert hatten. Beide gewannen ihre ersten beiden Runden und trafen im Halbfinale aufeinander. In diesem siegte Kahllund 6:4 (30-29, 30-29, 29-30, 30-30, 30-30) und traf somit im Finale auf Freiluft-Weltmeister Brady Ellison (USA). Und auch dort zeigte der beste Schütze der Bundesliga-Vorrunde (Schnitt von 9,85 Ringen), dass er sich in absoluter Top-Form befindet. Mit 6:4 (30-29, 29-29, 30-30, 29-30, 29-28) bezwang Kahllund den Favoriten und meinte danach überglücklich: „Das ist mein größter Indoor-Erfolg, und ich bin super glücklich. Natürlich ist das auch ein tolles Ende der internationalen Hallensaison, die insgesamt recht gut für mich war.“ Zum Erfolg gegen die „lebende Legende“ Ellison meinte Kahllund: „Das Goldmatch war natürlich ein hervorragendes Training für die Drucksituationen, die in der Außensaison warten. Die Tatsache, dass ich es gut gemeistert habe, gibt auch Vertrauen in meine Fähigkeiten.“ Dies gilt auch für Rieger, der sich ohne Fehlschuss durch ein 6:2 (30-30, 30-30, 30-29, 30-29) gegen den Kanadier Cristpin Duenas Bronze sicherte.
Waren im Männer-Feld keine Koreaner am Start, so gaben die Koreanerinnen im Frauen-Feld den Ton an. Mit einer Ausnahme: Elena Richter (BSB BB Berlin). Die 30-jährige Berlinerin siegte zunächst gegen eine Russin (6:2), ehe sie die an zwei gesetzte Young Kyeong Kim mit 7:3 aus dem Turnier warf. Im Halbfinale unterlag sie der nächsten Koreanerin und späteren Siegerin Nayeon Wi 2:6, im Anschluss holte sie sich Bronze durch ein 6:4 (29-27, 27-28, 29-29, 29-29, 29-27) gegen die Italienerin Claudia Mandia. „Ich freue mich, dass ich so weit vorne gelandet bin. Das war definitiv nicht mein Hauptziel in dieser Saison, weil wir uns dauerhaft auf 70 Meter im Training befinden und dort unser klarer Fokus liegt.“ Veronika Haidn Tschalova (FSG Tacherting) scheiterte in der ersten Runde 1:7 an der Französin Laurena Villard.

Kroppen gewinnt erstmals international

Das World Series-Finale war das eine, der legendäre „Vegas Shoot“ das zweite Turnier. An diesem nehmen in den verschiedenen Klassen knapp 5.000 Bogenschützen aus aller Welt teil, und das Programm beinhaltet drei 30-er Serien insgesamt. Und auch in diesem Wettbewerb zeigten die deutschen Bogen-Asse ganz starke Leistungen. Michelle Kroppen (BSG Ebersberg) und Elena Richter wiesen nach 90 Pfeilen gemeinsam mit der Mexikanerin Aida Roman 871 Ringe auf, sodass ein Stechen entscheiden musste. In diesem brillierte die WM-Vierte des vergangenen Jahres, denn Kroppen setzte ihre drei Pfeile in die Zehn! Gold war der verdiente Lohn, Richter gewann ihre zweite Bronzemedaille und lag einen Ring hinter der Mexikanerin. Elisa Tartler (TS 1861 Bayreuth, 11. Platz, 864 Ringe), Katharina Bauer (FSG Tacherting, 15. Platz, 859 Ringe) und Veronika Haidn Tschalova (16. Platz, 857 Ringe) rundeten das gute Abschneiden der deutschen Bogenschützinnen ab. “Der Sieg bedeutet mir sehr viel, da es für mich er erste große internationale Sieg ist. Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet und freue mich jetzt sehr auf das Bundesligafinale, um dort nochmals auf 18 Meter zu zeigen, was ich kann. Ich hatte hier nochmals die Chance, mich unter einer großen Drucksituation beweisen zu müssen und denke, das könnte mir für die Saison weiterhelfen.”
Im Männer-Wettbewerb steigerte sich Kahllund nach schwächerer erster Runde noch auf 885 Ringe und belohnte sich mit Bronze. Rieger (881) als Fünfter, Jonathan Vetter (SGI Welzheim, 875) als Achter, Moritz Wieser (FSG Tacherting, 867) als 17., Felix Wieser (866) als 19. und Maximilian Weckmüller (BSG Ebersberg, 865) als 20. zeigten ebenfalls gute Leistungen. Den Titel holte sich Brady Ellison mit der von einem Recurver erstmals geschossenen makellosen 900!

Chula Vista und Wiesbaden sind die nächsten Stationen

Nach dem internationalen Hallen-Abschluss zieht der DSB-Tross nun nach Chula Vista (Kalifornien) weiter, um dort das Freiluft-Training wieder aufzunehmen und zu forcieren. Die deutschen Fans können sich schon einmal den 29. Februar notieren, wenn alle Medaillengewinner und Platzierten von Las Vegas beim Bundesligafinale in Wiesbaden ihr Können zeigen.

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